Besitzt du eine Deko-Boje? Wahrscheinlich schon, weil so ziemlich jeder besitzt ja eine… Falls nicht, wird es wirklich höchste Zeit, sich eine Doko-Boje (SMB, „Safety-Sausage“) anzuschaffen. Aber Achtung: auch bei der Anschaffung so eines kleinen und verhältnismäßig preiswerten Teils kann man eine Menge richtig und eine Menge falsch machen. Und es gibt auch ein paar Dinge in der Handhabung zu beachten.

Zunächst stell dir einmal die Frage: Wann und wozu brauchen wir so eine Boje? Klar: um sich an der Oberfläche bemerkbar zu machen und der Bootscrew zu zeigen, wo du auftauchen wirst. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht darin, der größten Gefahr beim Strömungstauchen zu begegnen, nämlich im offenen Meer abgetrieben zu werden. Das kann schon mal passieren und je rauer dabei die Bedingungen an der Oberfläche sind, umso höher ist das Risiko, für das Boot „unsichtbar“ zu werden. Und zu guter Letzt dient eine Boje manchmal auch dazu, das Auftauchen abzusichern und dafür zu sorgen, dass einem keine Boote über den Kopf fahren. Tatsächlich passieren jedes Jahr Tauchunfälle, die direkt darauf zurückzuführen sind, dass die Taucher an der Oberfläche übersehen wurden oder schlicht verloren gegangen sind.

boje1Die meisten Taucher haben eine „Safety-Sausage“ mit ca. 5 m Schnur im Jacket. Hübsch in eine Art Etui mit Klettverschluss verpackt. Bei Bedarf wird die Boje herausgenommen, die Schnur abgewickelt und die Boje (mit dem Oktopus) gefüllt und nach oben entlassen. Dabei passiert es immer wieder, dass die Boje

a) an der Oberfläche umkippt und die gesamte Luft entweicht (für die Oberflächen-Crew in etwa das Gleiche, als wäre da gar keine Boje…)

b) sich der Taucher in der um ihn herumschwebenden Schnur verheddert, was zu Stress, ungenauer Tarierung und schlimmstenfalls Verfangen in der Schnur beim Hochschießen führt.

Deshalb rate ich dringend dazu, in eine unten geschlossene SMB (Surface Marker Boje) mit Befüllung per Mund oder Inflator in Kombination mit einem Reel oder Spool (einem Finger-Reel) zu investieren. Damit ist man im Zweifelsfall auf der sicheren Seite. Ich selber benutze normalerweise eine relativ kleine Boje von OMS mit einem kleinen Alu-Reel mit etwa 20 m Schnur drauf. Die Boje kann ich mit dem Mund aufblasen, die Luft kann nicht ohne weiteres entweichen und außerdem hat sie auch noch einen Schnellablass. So kann ich die Boje auch schon hochschießen, wenn ich noch tief unter Wasser bin und so frühzeitig auf mich aufmerksam machen. Ggf. kann ich sie sogar während des gesamten Tauchgangs mitführen. Eine kleine Auswahl an Deko-Bojen findest Du hier.

Aber das nutzt alles nichts, wenn man den Gebrauch der Boje nicht auch hin und wieder übt. Auf youtube gibt es eine ganze Menge anschaulicher Beispiele wie es geht (und wie es nicht geht ;-)) Mach es Dir doch einfach zur Gewohnheit, am Ende jedes zweiten Tauchgangs Deine Boje zu setzen. So gewinnst Du auch das Vertrauen, die Boje zu nutzen, wenn die Bedingungen vielleicht einmal nicht ganz so perfekt sind (Strömung, Dühnung, schlechte Sicht, dicke Handschuhe etc). Und außerdem kommt so immer mal wieder frisches Wasser und frische Luft an Deine Boje und sie vergammelt nicht…oms-boje

Und hier noch einmal die 5 Tipps zur Deko-Boje, die einen großen Unterschied machen können.:

1. Eine Signalboje sollte jeder Taucher griffbereit dabei haben!

2. „Urlaubstaucher-Bojen“ eignen sich eigentlich nur dazu, direkt vor dem Auftauchen auf sich aufmerksam zu machen.

3. Wenn es eine Urlaubstaucher-Boje sein muss, unbedingt darauf achten, ans Ende der Schnur ein kleines Gewicht (Mutter, Angelblei etc.) zu befestigen. So vermeidet man, dass die Schnur beim Abrollen aufschwimmt und man sich in ihr verheddert.

4. Viel Besser ist die Kombination Boje / Reel bzw. Spool.

5. Übe die Handhabung von Boje und Reel regelmäßig, damit im „Ernstfall“ nichts schief geht.

Allzeit gute und sichere Tauchgänge wünsche ich Dir!

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