Regelmäßig möchten wir ab jetzt an dieser Stelle ehemalige IDC-Kandidaten vorstellen, in dem wir ihnen die immer wieder gleichen 10 Fragen stellen. Die Antworten sollen dir als Information und auch Inspiration dienen. Starten möchten wir die Serie heute mit Eva. Ihr IDC fand im August 2014 in Essen statt. Wahrscheinlich bleibt wohl allen, die dabei waren ewig in Erinnerung, wie sie mit gepackten Koffern und einem One-Way-Ticket nach Ägypten in der Tasche beim IE erschien. Wenn man sonst keinen Stress hat, macht man sich halt welchen…

 

1. Wann hast Du mit dem Tauchen begonnen und wie kam es dazu?

Ich habe meinen OWD Kurs im April 2004 in Safaga gemacht. Zuvor war ich einmal Schnuppertauchen im Biggesee und war sofort begeistert. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mehr auf dem Wasser unterwegs. Ich hatte meinen Windsurfschein einige Jahre zuvor gemacht und ging in den Urlauben surfen. Als ich dann meinen damaligen Freund kennenlernte, ein leidenschaftlicher Taucher, wollte ich mir die Sache dann doch auch mal aus der anderen Perspektive, von unten anschauen. Mein damaliger Freund schenkte mir den Tauchschein zum Geburtstag.

 

2. Welche Tauchgebiete der Welt hast Du bereits betaucht und was war bislang Dein Favorit?

Ich war immer viel und gerne in Deutschland tauchen. Im Urlaub dann natürlich auch. Ibiza, Mallorca und Ägypten. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Mein Favorit ist bisher Ras Mohamed auf dem Sinai.

 

3. Wann hattest Du die Idee, den Tauchsport auch zu Deinem Beruf zu machen?

Die Idee kam bei mir nach einem Tauchurlaub in Marsa Alam im Januar 2014 . Dort lernte ich die Hotel Manager Assistant des The Oasis Dive Resorts kennen, in dem ich meinen Urlaub verbrachte. Wir verstanden uns so gut, dass wir in Kontakt blieben. Nach ein paar Monaten schrieb sie mir, dass sie im September wieder nach Deutschland zurück gehen will. Da ich gelernte Hotelfachfrau bin kam mir die Idee, dass das vielleicht meine Möglichkeit ist, Hobby bzw. Leidenschaft und Beruf für eine gewisse Zeit miteinander zu verbinden. Der Tauchlehrerschein war Voraussetzung, um in dem Hotel arbeiten zu können.

 

4.Bei all den verschiedenen Tauchverbänden – warum hast Du Dich für eine Ausbildung PADI Tauchlehrer entschieden?

PADI ist einfach der weltweit größte Verband. All meine vorherigen Brevets habe ich auch bei PADI gemacht und war immer begeistert und zufrieden. Die Art und Weise, wie Unterrichtet und gelehrt wird gefiel mir von Anfang an.

 

5. Wie ist es Dir nach Deinem IDC ergangen? Was hast Du erlebt, wohin hat es Dich getrieben?

Mein IDC war eine richtig tolle Zeit. Sehr anstrengend, da ich nebenher auch noch meine „Auswanderung“ planen musste. Der IDC begann Mitte August und am 1. September ging mein One Way Flug nach Ägypten. Ich wollte unbedingt als fertige Tauchlehrerin in das Flugzeug steigen.

Wir waren eine tolle, kleine Gruppe, in der das Lernen und Tauchen richtig viel Spaß gemacht hat. Ulf und Frank haben es auch geschafft, dass wir mit Freude die Standards gepaukt haben. An Spaß hat es nie gefehlt. Sowohl im Unterrichtsraum, als auch im See oder Schwimmbad.  Rescue 7 haben wir alle abgöttisch geliebt 😉 Es war eine echt tolle Zeit!

Nun bin ich schon seit einem Jahr in Ägypten und arbeite im The Oasis Dive Resort in Marsa Alam als Assistant Hotel Manager. Hin und wieder, gerade in unserer Hochsaison helfe ich auch öfters in der Tauchbasis aus. Das ist eine tolle Kombination für mich. Ich arbeite weiter in meinem gelernt und geliebten Beruf und sammel aber nach und nach Erfahrungen als Tauchlehrerin. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Jahr hier bleiben und dann mal schauen, wohin es mich weiter treibt.

 

6. Viele Taucher träumen davon als Tauchlehrer die Welt zu bereisen und von dem Klischee „Arbeiten wo andere Urlaub machen“. Wie erlebst du es, PADI Instructor zu sein?

Es ist natürlich schon toll, hier zu arbeiten. Immer schönes Wetter. Kein Regen, das rote Meer vor der Nase, viel Tauchen. Aber es ist auch ein Job und es ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Wie in jeder Firma gibt es hin und wieder Reibereien und der Alltag kehrt auch hier ein. Man arbeitet meist mehr als „Zuhause“. Aber man arbeitet anders. Entspannter und in einer Umgebung, die einen immer wieder Stress und Ärger schnell vergessen lässt. Aber man macht auch gerade hier in Ägypten, im noch nicht so erschlossenen Süden Abstriche. Es gibt kein Kino, keine Kneipen, wenig Möglichkeiten, sich außerhalb des Hotels aufzuhalten. Aber dafür findet am Ruhe, Ursprünglichkeit, besinnt sich auf sich selbst und kann faszinierende Wüstenlandschaften entdecken und in eine völlig andere Kultur eintauchen.

Durch meine Tauchlehrerausbildung haben sich mir viel mehr Möglichkeiten eröffnet, in fremden Ländern zu leben und zu arbeiten. Das gibt einem ein geniales Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Die Welt steht einem offen.

 

7. Was war dein bisher größtes Erlebnis als TL und was Dein negativstes?

Ich kann durch meine Hauptarbeit im Hotel noch nicht auf viele Tauchausbildungen zurückblicken. Aber ein Erlebnis während eines von mir geguideten Hausrifftauchgang ist sowohl mein größtes als auch mein negativstes Erlebnis.

Der Gast, den ich begleitete, hatte vor einigen Jahren ein sehr negatives Panik Erlebnis unter Wasser am Blue Hole in Dahab. Da unser Hausriff ein Steilwandriff ist erinnerte ihn das in dem Moment des Abtauchens an das Blauwasser im Blue Hole. Auf 8 Metern kurz nach dem Abtauchen bekam er einen panischen Gesichtsausdruck und verharrte. Erst als ich ihn am Arm berührte, war er wieder bei mir. Wir stiegen zusammen auf. Er hatte Schnappatmung und war völlig fertig. Ich blies sein Jacket auf und redete ihm beruhigend zu, sich zu entspannen.Hielt ihn am Arm. Nach einer Zeit hatte ich ihn so weit, dass wir es nochmal probierten. Stiegen sehr langsam und mit meiner Hand an seinem Arm ab. Nach kurzer Zeit fühlte er sich wohl und wir hatten einen richtig tollen Hausrifftauchgang. Er war so glücklich und dankbar am Ende. Da dies sein letzter Tauchgang in diesem Urlaub war, wollte ich unbedingt, dass er noch mit einem positiven Taucherlebnis abreist. Das ist mir gelungen. Ein richtig schönes Gefühl.

 

8. Was ist Dein liebster Ausrüstungsgegenstand und warum?

Mein Lugenautomat. Weil er es mir ermöglicht, überhaupt lang und tief zu tauchen. Auf alles andere kann ich „theoretisch“ verzichten (Tank ausgenommen). J Atmen unter Wasser fasziniert mich immer noch!

 

 9. Welches Thema rund um den Tauchsport beschäftigt dich persönlich zur Zeit am meisten?

Zurzeit interessiere ich mich sehr für Wracks. Ich habe dieses Jahr eine Woche meines Urlaubs auf einer Tauchsafari verbracht. Ich war auf der Nordtour im roten Meer und habe einige Wracks betaucht. Die Thistlegorm und die Giannis D.  haben einen sehr bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

 

10. Welche Pläne hast Du für die Zukunft?

Erst mal bleibe ich noch ein Jahr in Marsa Alam. Dann würde mich Bali noch sehr interessieren. Vielleicht für ein Jahr. Vorgenommen habe ich mir in 5 Jahren wieder in Deutschland zu sein. Aber bevor ich wieder fest einem Job nach gehe, möchte ich drei bis sechs Monate noch einige Ziele auf der Welt bereisen. Südafrika, Südamerika und Palau sind für mich ein Muss. Und wenn mir da dann das Geld ausgeht, frage ich in den Tauchbasen oder Hotels nach einem Job 😉 Wenn ich dann in Deutschland zurück bin, würde ich gern weiter auch nebenbei aus Tauchlehrerin arbeiten. Ja, ich werde auch wieder in die deutschen Seen springen!

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